Experteninterviews

Am 20. März 2014 ratifizierte die Duma den Vertrag über den Anschluss der Krim an die Russische Föderation. Dies geschah im Namen des Selbstbestimmungsrechts der Halbinsel-Bewohner und vor dem Hintergrund historischer Verbindungen zwischen Russland und der Krim, aber unter Verletzung des Völkerrechts sowie des Budapester Memorandums von 1994. Wenig später startete eine separatistische Bewegung im ostukrainischen Donbass einen bewaffneten Aufstand gegen die Kiewer Regierung, proklamierte die Gründung des Föderativen Staats Neurussland (Noworossija) und wurde dabei von Moskau unterstützt.

Die Europäische Union und die NATO beantworteten diese Ereignisse mit Wirtschaftssanktionen gegen Russland und Truppenverstärkungen in Ostmitteleuropa. Indessen dauert die Debatte über die richtige Politik gegenüber Moskau an, zwischen den Ländern des Westens, aber auch innerhalb der westlichen Länder.

Die vier Experteninterviews des Deutsch-französischen Sicherheitsdialogs verschaffen Ihnen einen umfassenden und tiefgründigen Einblick in die unterschiedlichen, aber oft auch deckungsgleichen Positionen zur Ukraine-Krise in Deutschland und Frankreich.

Neben zwei ehemaligen Botschaftern und Ständigen Vertretern Frankreichs und Deutschlands im Nordatlantikrat der NATO, Benoît d’Aboville und Gebhardt von Moltke, kommen Tornike Gordadze, georgisch-französischer Politikwissenschaftler und ehemaliger georgischer Minister für euro-atlantische Integration, sowie Professor Michael Stürmer, Chefkorrespondent der Zeitungen „Die WELT“ und „WELT am Sonntag“, zu Wort.

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Biographien der vier deutschen und französischen Experten

San Remo photo 3 09 15-4Benoît d’Aboville, Botschafter a. D. (Frankreich)
Benoît d’Aboville trat 1968 in den Dienst des französischen Außenministeriums ein. Von 1969 bis 1973 wirkte er an der französischen Botschaft in Washington, D.C., anschließend an der französischen Botschaft in Moskau bis zum Jahre 1976. Von 1994 bis 1997 war er Botschafter in Prag, im Anschluss daran Botschafter in Warschau von 1997 bis 2001. Von 2001 bis 2005 repräsentierte er Frankreich als ständiger Vertreter bei der NATO.
Tornike GordadzeDr. Tornike Gordadze, Staatsminister a. D. für die europäische und die euro-atlantische Integration Georgiens (Frankreich, Georgien)
Dr. Tornike Gordadze leitete von 2006 bis 2010 das Observatoire du Caucase des Institut Français d’Etudes Anatoliennes (IFEA). Von 2010 bis 2012 verantwortete er für Georgien die Verhandlungen über eine Annäherung Georgiens an die Europäische Union. Im Jahr 2012 war er Staatsminister für die europäische und die euro-atlantische Integration Georgiens.
Gebhardt von MoltkeGebhardt von Moltke, Botschafter a. D. (Deutschland)
Gebhardt von Moltke wirkte von 1991 bis 1997 als Beigeordneter Generalsekretär für Politische Angelegenheiten bei der NATO in Brüssel. Von 1997 bis 1999 war er Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Großbritannien. Anschließend war er bis zum Jahr 2003 Ständiger Vertreter der Bundesrepublik Deutschland im Nordatlantikrat der NATO.
Michael StürmerProf. Dr. Michael Stürmer, Chefkorrespondent Die WELT (Deutschland)
Michael Stürmer lehrte von 1973 bis 2003 als Professor für Mittlere und Neuere Geschichte an der Universität Erlangen. Er war in den 1980er Jahren politischer Berater des Bundeskanzlers Helmut Kohl. Parallel zu weiteren Lehrtätigkeiten an der Harvard University, in Toronto, der Pariser Sorbonne und in Bologna leitete er von 1988 bis 1998 das Forschungsinstitut für Internationale Politik und Sicherheit, die heutige Stiftung Wissenschaft und Politik. Seitdem ist er Chefkorrespondent der Zeitungen Die WELT und der WELT am Sonntag.

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